10 Gründe, warum ich Coaching liebe

10 Gründe, warum ich Coaching liebe
Wenn mich jemand fragt, was ich beruflich mache, sage ich selten: Coach. Es klingt so austauschbar, und es gibt so viele Coaches! Dabei liebe ich das Coaching, und besonders meine eigene Art zu coachen. Auf meinem Weg zur Begleitung von Führungskräften in ihrer persönlichen Entwicklung habe ich vieles gelernt und entwickelt. Heute bin ich dankbar für alle Erfahrungen – für die Krisen genauso wie für die Erfolge –, die mich zu einem besseren Coach gemacht haben.
1. Das Coaching gibt mir einen tiefen Sinn
Früher hat mich im Job vor allem eines geplagt: die Sinnlosigkeit. Unzählige Besprechungen, endlose Workshops und abgebrochene Projekte, in denen viel Arbeit steckte – und aus denen niemand etwas gelernt hat. Besonders schlimm empfand ich das in den Jahren, in denen ich als Führungskraft in grossen Konzernen angestellt war.
2010 machte ich mich selbstständig, zunächst im Bereich Prozessoptimierung, Lean und Six Sigma, mit dem Antrieb, meinen eigenen Mehrwert zu steigern. Schon damals liebte ich die Freiheit, die Vielfalt meiner Arbeit und vor allem den direkten Kundenkontakt. Mit der Zeit nahmen Persönlichkeitsentwicklung, Coaching und Werte-Workshops immer mehr Raum ein. Meine Tätigkeiten verdienten einen eigenen Namen, einen eigenen Auftritt und eine eigene Plattform – und so gründete ich 2017 die Inner Leadership GmbH.
Doch erst im Coaching bin ich ganz bei mir angekommen und habe ich das Gefühl, wirklich einen Beitrag für die Menschheit zu leisten: Wo Führungskräfte sich selbst besser verstehen, gibt es weniger Projektionen, weniger Konflikte und weniger Missverständnisse. Es erfüllt mich zutiefst, Führungskräfte in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten und mitzuerleben, welche grossen Transformationen sie durchlaufen, und wie sie sich nachhaltig von innen heraus entwickeln.
2. Das Coaching erlaubt mir ein vielseitiges Business
Ich arbeite nicht nur als Coach, sondern biete auch Online-Gruppenprogramme für Führungskräfte an und gebe Schulungen und Workshops für Management-Teams, Geschäftsleitungen und Abteilungsteams in Organisationen. Als Unternehmerin entwickle ich die Kampagnen, Strategien und Programme für mein Business selbst und bin für alles verantwortlich – vom Marketing und Verkauf über die Durchführung bis zur Buchhaltung. Diese Mischung bringt mir viel Abwechslung und Gestaltungsfreiheit, und gibt mir jeden Tag neue Energie.
Früher habe ich auf das nächste Wochenende und die nächsten Ferien hingearbeitet. Seit 2010 stehe ich jeden Tag motiviert auf, bin selten krank, sprudle vor Ideen und entscheide ganz allein, was Priorität hat und was ich wie umsetzen will. Und abgesehen von den Tagen, an denen ich vor Ort bei Kunden bin, gestalte ich meinen Arbeitstag ganz frei.
Dank unserer täglichen Spaziergänge mit meinem Mann ist jeder Tag ein bisschen Ferien, und unsere regelmässigen mehrtägigen Wanderungen sind für mich jedes Mal wie ein Retreat.
3. Das Verhalten von Menschen hat mich schon vor dem Coaching fasziniert
Das unterschiedliche Verhalten von Führungskräften und Mitarbeitenden hat mich schon immer interessiert: Warum redet jemand die ganze Zeit? Warum hält sich eine andere Person so zurück, obwohl sie doch viel zu sagen oder beizutragen hätte? Warum reagiert jemand emotional auf eine Bemerkung, während andere ganz ruhig und gelassen bleiben? Woher kommen diese unterschiedlichen Verhaltensweisen – und kann man sie verändern? Und wenn ja, wie?
Diese Fragen haben mich über Jahre begleitet und immer wieder angespornt, mich weiterzuentwickeln und nach Antworten zu suchen. Ein Jahrzehnt lang studierte ich berufsbegleitend Psychologie – neben dem Beruf und der damals noch jungen Familie. Es tat mir gut, etwas nur für mich zu tun. Die Antworten, die ich suchte, fand ich dort allerdings nicht.
Einige Jahre später kam ich über Umwege zur Psychosynthese. Vom ersten Tag an spürte ich, dass sie etwas Wichtiges in mir bewegte. Dass sie einmal so bedeutend für mein Leben und zur Grundlage des Inner Leadership Ansatzes und meines Coachings werden würde, ahnte ich damals noch nicht.
Veränderung der Persönlichkeit ist möglich, und sie beginnt immer mit einer Verhaltensänderung. Am Anfang fühlt sich das neue Verhalten ungewohnt oder sogar komisch an. Genau das ist der Beweis, dass du dich ausserhalb deines gewohnten Musters bewegst. Entscheidend ist, diesen neuen Weg trotz Unsicherheit, Angst oder Respekt weiterzugehen.
4. Meine vielseitigen Erfahrungen kommen im Coaching zum Einsatz
Im Coaching kommt alles zusammen, was mich ausmacht: das analytische Denken und Verstehen-Wollen der Ingenieurin, das Fachwissen aus meinen psychologischen Ausbildungen, meine Feinfühligkeit, die ich schon als Kind hatte, mein Drang, einen Beitrag zu leisten – und meine eigenen Erfahrungen als Führungskraft in Unternehmen.
Mein Bedürfnis, die psychischen Mechanismen unserer inneren Welt zu verstehen, ist aus diesen Erfahrungen gewachsen. Es ist, als hätte mich mein ganzes Leben mit all seinen Höhen und Tiefen auf diese Aufgabe vorbereitet.
Daraus ist mein eigener Inner Leadership Ansatz entstanden: eine strukturierte Vorgehensweise, eine in der Praxis erprobte Methode und ein einfaches, aber umfassendes Modell. Es gibt mir im Coaching und meinen KlientInnen Orientierung, um genau dort bei der inneren Entwicklung anzusetzen, wo ihr grösstes Potenzial liegt. 2023 habe ich diesen Ansatz in meinem Buch «Das innere Team führen» festgehalten.
Genau diese Mischung macht mich als Coach anders. Eine Klientin hat es einmal so formuliert:
«Ich mag bei dir genau diese Mischung aus deinen eigenen Business-Erfahrungen als Führungskraft, deinen Kenntnissen von Prozessen, Abläufen und Verantwortlichkeiten in Firmen und der tiefen, persönlichen Begleitung, die mit inneren Mustern, früheren Prägungen und dem Unterbewussten arbeitet, mit Symbolen, Meditationen und inneren Reisen.»
5. Meine Art von Coaching ist ganz meins
Meine KlientInnen sind Führungskräfte, und sie wollen verstehen, was in ihnen abläuft. Das wollte ich auch. Für mich war deshalb klar, dass ich sie nur glaubwürdig begleiten kann, wenn ich die Fragen beantworten kann, die sie mir stellen – und die ich mir selbst gestellt habe.
Genau das hat mir in meinem Psychologiestudium und in den darauffolgenden Jahren der Psychosynthese-Ausbildungen gefehlt: ein umfassender Ansatz, der diese tiefen psychologischen Mechanismen erklärt, mit einer klaren Struktur. Ich hatte immer viele Fragen und wollte die Logik dahinter verstehen. Doch oft überforderte ich damit meine LehrerInnen, oder meine Fragen blieben unbeantwortet.
Aus meinen Erfahrungen im Business und in meinen psychologischen Ausbildungen kombinierte ich Ansätze, die mir ein Gerüst für Antworten auf meine Fragen gaben. Das Konzept der inneren Anteile – auch inneres Team oder Teilpersönlichkeiten genannt –, die vier DISC-Farben nach C.G. Jung, die ich darüberlegte, und die Arbeit mit dem Unterbewussten bilden zusammen das Fundament des Inner Leadership Ansatzes.
Dieser Ansatz ermöglicht es mir, im Coaching schnell zu erfassen, was wirklich spielt und in welche Richtung die wahre Entwicklung meines Gegenübers geht: Welches Muster hat gerade die Führung? Welches Potenzial möchte gelebt werden? Und welche Blockaden – etwa unverarbeitete Emotionen, frühere Prägungen oder Ängste – stehen dieser inneren Entwicklung im Weg? Gleichzeitig gibt er auch meinen KlientInnen Orientierung im Alltag.
Eine nachhaltige innere Arbeit bleibt nicht an der Oberfläche, sondern geht tiefer, bis zu der Ebene, auf der echte Veränderung möglich ist. Dabei müssen wir nicht immer bis zur Ursache vordringen, es reicht, das Muster zu erkennen. Dieser Ansatz, verbunden mit der Bereitschaft meiner KlientInnen, sich auf den Prozess einzulassen, sorgt dafür, dass sehr häufig nachhaltige Verhaltensänderungen, persönliche Transformationen und mehr Gelassenheit im Führungsalltag entstehen.
6. Coaching schenkt mir berührende Momente und grosses Vertrauen
Nicht selten kommen im Coaching auch private Themen zur Sprache. Schliesslich geht es um die Persönlichkeit als Ganzes – und nicht nur um die Rolle als Führungskraft.
Hinzu kommt, dass unsere Muster, Projektionen und Verletzlichkeiten in privaten Beziehungen am stärksten wirken. Weil nahe Beziehungen stärker mit Emotionen verbunden sind, zeigen sich die inneren Mechanismen hier klarer und deutlicher. Gerade an privaten Situationen erkenne ich deshalb schneller, welches Verhaltensmuster im Vordergrund steht und was mein Gegenüber anders machen kann, um sich weiterzuentwickeln.
Was mich am meisten berührt, ist das Vertrauen, das Führungskräfte mir schenken. Sie lassen sich auf Übungen mit dem Unterbewussten ein – für viele eine bisher völlig unbekannte Welt. Sie lassen sich auf den Prozess ein, ohne dass sie wissen, wohin er führt. Und sie öffnen sich und lassen Gefühle zu, die lange keinen Platz hatten.
7. Im Coaching bin ich im Hier und Jetzt
Im Alltag hören wir einander oft nicht richtig zu. Wir nehmen nicht wirklich wahr, was unser Gegenüber uns sagen möchte oder was eigentlich gemeint ist. Oder wir hören nur zu, damit wir widersprechen, unsere Vorschläge und Ratschläge anbringen oder unsere eigenen Themen ins Gespräch bringen können.
Im Coaching geht es darum, so zuzuhören, dass ich mein Gegenüber wirklich verstehen und ihm helfen kann. Diese Art von Zuhören fordert eine hohe Achtsamkeit und eine grosse Präsenz und geht weit über das Gesagte hinaus. Ich höre genau hin: was gesagt wird, welche Worte gewählt werden, in welchem Tonfall, und was zwischen den Zeilen mitschwingt. Ich nehme wahr, was nonverbal kommuniziert wird, und auch das, was nicht gesagt wird: Ich spüre, was das Gehörte in mir auslöst, und spiegle es ins Gespräch zurück.
Mit meiner ganzen Aufmerksamkeit bin ich bei meinem Gegenüber. Dieses ganzheitliche Zuhören holt mich ins Hier und Jetzt, gibt meinem Gegenüber das Gefühl, wirklich wahrgenommen zu werden, und mir selbst ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit.
8. Durch das Coaching entwickle ich mich immer weiter
Einer meiner Lehrer sagte einmal zu mir: «Am meisten lernst und entwickelst du dich selbst, wenn du anfängst, andere zu begleiten.» Aus heutiger Sicht kann ich das nur bestätigen.
Meine KlientInnen fordern mich im Coaching immer wieder heraus: mit ihren Fragen, ihren individuellen Themen und den unterschiedlichsten Arten, wie sie denken, wahrnehmen und kommunizieren. Dadurch lerne ich einerseits, noch besser zuzuhören, und andererseits, mein Wissen anders zu erklären, klarer zu formulieren und anschaulicher zu machen.
Manchmal höre ich mich dann selbst etwas beschreiben und denke innerlich: «Wow, so gut habe ich das noch nie formuliert!» Und so entstehen immer wieder neue Bilder und Analogien, mit denen ich innere Prozesse und Mechanismen allgemein verständlich vermitteln kann und die ich anschliessend in Webinaren, Blogartikeln oder Workshops weitergebe.
9. Das Coaching wirkt auch in meinem Privatleben
Aus meiner Erfahrung weiss ich, dass Konflikte und Streit ihren Ursprung oft in unbewussten Projektionen haben. Sie zeigen sich in Vorwürfen, ungebetenen Ratschlägen und Rechtfertigungen – oder darin, dass du schnell getriggert wirst, heftiger reagierst, als du eigentlich möchtest, oder Dinge sagst, die du nicht meinst.
Je mehr ich an mir selbst arbeitete und ungelöste Gefühle aus früheren Prägungen auflöste und heilte, desto weniger projizierte ich meine Unzufriedenheit auf meine Liebsten. Ich kenne meine Muster und weiss auch, aus welchen früheren inneren Verletzungen sie entstanden sind. Ich bin mir heute viel bewusster darüber, welche Rolle ich jeweils einnehme, welcher meiner inneren Anteile gerade das Steuer übernehmen möchte und wie mein Verhalten auf mein Gegenüber wirkt.
Dieses Bewusstsein gibt mir die Freiheit zu wählen und selbst zu bestimmen, was für eine Ehefrau, Mutter, Schwester oder Freundin ich sein möchte.
10. Coaching wirkt weiter – im Team und im ganzen Unternehmen
Wenn sich eine Führungskraft im Coaching vertieft mit ihren eigenen Themen auseinandersetzt, wirkt sich das nicht nur darauf aus, wie sie sich innerlich fühlt, wie sie sich verhält oder wie sie reagiert. Es verändert auch die Art, wie sie führt.
Eine Führungskraft, die ihre Muster, ihre Ängste und ihre inneren Verletzlichkeiten kennt, führt souveräner. Das spüren ihre Mitarbeitenden, ihre KollegInnen und auch ihre Vorgesetzten. Sie wird zum Vorbild. Nicht nur für das, was sie leistet und erreicht hat, sondern auch für die Art, wie sie Dinge angeht, wie sie mit schwierigen Situationen umgeht und wie sie Menschen begegnet.
Genau so entsteht letztlich Unternehmenskultur: nicht durch Leitbilder an der Wand, sondern durch das, was Führungskräfte jeden Tag vorleben. Und daraus kann ein positiver Schneeballeffekt entstehen. Weitere Mitarbeitende fühlen sich motiviert, selbst ein Coaching zu machen. Oder Teams interessieren sich für Themen wie Werte, Verhaltensmuster und Kommunikation.
Was im Coaching mit einer einzelnen Führungskraft beginnt, kann so ein ganzes Unternehmen beeinflussen.
Führung beginnt im Inneren. Erkenne. Entscheide. Entwickle dich.